Freut euch in Christus allezeit. Ich sage es nochmals: Freut euch!
(Phil 4,4; eigene Übersetzung)
Was für eine Kraft muss Paulus gehabt haben! Wie beseelt war er offensichtlich von der frohen Botschaft vom Leben, Sterben und Aufstehen Jesu Christi – von diesem Sieg des Lebens!
Ich nehme diesen Aufruf an die Mitglieder der Gemeinde von Philippi wahr und frage mich, wie das zusammengehen soll damit, dass mir so oft nach Heulen zumute ist.
Beziehungen sind zerbrochen. Menschen in meinem Umfeld sterben. Mir nahestehende Personen werden mit einer schwierigen Diagnose konfrontiert. Und dazu das himmelschreiende Unrecht weltweit: die Opfer von Gewalt, die hungernden Menschen, die hausgemachte Klimakatastrophe mit ihren verheerenden Folgen. In alldem: Freut euch!?
Ich glaube nicht, dass der Aufruf zur Freude im Kontrast steht zu Mitgefühl, Trauer und Tränen. Die christliche Freude scheint in einer sehr tiefen Tiefenschicht zu wurzeln: Lebenskraft, Dankbarkeit, Glück trotz allem. Weil „in Christus“ nichts und niemand verloren geht. Weil alles im Letzten aufgehoben ist. Deshalb: Freut euch!