Geduldig in Trübsal (Röm 12,12)
Wie sieht es aus, wenn „Gott“ den Menschen im Alltag dient? Was prägt das Zusammenleben? Paulus gibt im 12. Kapitel des Briefs an die Gemeinde in Rom einige Hinweise. Darunter diesen: „geduldig in Trübsal“.
In der griechischen Sprache, in der der Brief verfasst ist, heißt es wörtlich und sehr anschaulich: in der Bedrängnis „darunterbleiben“. Wenn mein Seelen-See eingetrübt ist oder wenn Angst mein Herz eng macht, dann gilt es „darunterzubleiben“, das also zunächst einmal auszuhalten.
Ich sehne mich in solchen Zuständen nach Klarheit und Weite. Die Falle besteht darin, dass ich mich dabei verkrampfe, weil ich zu sehr von meinem eigenen Willen gesteuert werde. Paulus hält dagegen: Sei nicht auf einen Idealzustand fixiert, bleibe in der Gegenwart. Was angenommen wird, kann auch erlöst werden.
Das bedeutet nicht, im Trüben zu fischen oder Trübsal zu blasen. Es geht nicht darum, dass wir uns selbstmitleidig in diesem Zustand einrichten. Doch ein realistischer Blick auf unser Leben lehrt: Bedrängnisse und Trübsal gehören dazu. Wir können damit leben lernen.