Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. (1 Kor 13,12b)
Wie geht es Ihnen? Wenn mich jemand so fragt, ist die Antwort manchmal eher ein Stammeln als flüssige Rede. Denn ich kann nicht wirklich erfassen, wie es mir geht und wie es um mich steht.
In 1 Kor 13 singt Paulus das Hohelied der Liebe. Sie ist die fundamentale Kraft, die uns in diesem Leben zu Mitmenschen macht. Und sie ist das, was bleibt, wenn die Vollendung kommt. Davon unterscheidet Paulus das „Stückwerk“, also das, was wir hier und jetzt – je nach Übersetzung – „bruchstückhaft“ oder „stückweise“ erfassen.
Paulus ermutigt mich, zu meiner Unsicherheit und meinem Nichtwissen zu stehen. Im Blick auf mich selbst, im Blick auf andere und im Blick auf das Leben überhaupt.
Ostern, die Gewissheit, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, bietet einen Vorgeschmack auf die Vollendung. Aber sie steht noch aus. Wir erkennen nur stückweise uns selbst und den Sinn des Lebens. Und können doch damit leben – und lieben.