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Impulse - Irene Leicht

Spiritueller Text

Balken

Seid dankbar in allen Dingen. (1 Thess 5,18)

Paulus beendet seine Briefe meist mit guten Wünschen. Im Brief an die Gemeinde in Thessaloniki findet sich darunter der Aufruf zur Dankbarkeit. Im Griechischen heißt danken eucharistein. Da steckt drin, dass Dankbarkeit etwas mit Gnade zu tun hat: eu-charis, das ist „die gute Gnade“. Auch in der lateinischen Wendung gratias agere, wörtlich: „die Gnade tun“, findet sich dieser Zusammenhang.

„Sag danke“: Dazu werden Kinder manchmal aufgefordert, wenn ihnen etwas geschenkt wurde. Diese verordnete Dankbarkeit unterscheidet sich sehr von dem, was Paulus mit „Danke sagen“ meint. Dieses Danke ist eine spirituelle Reaktion auf Geschenke und Zuwendungen, als deren Quelle die Geberin aller Gaben, Gott selbst, erkannt wird.

Nichts ist selbstverständlich. Alles, ja das Leben selbst, ist Geschenk. In allen Dingen und durch alles hindurch kann ich mich ausrichten auf die zuwendungsreiche göttliche Gegenwart. Dank ist die Antwort darauf. Er stellt sich von selbst ein, wenn ich mir dessen bewusst bin, dass mein Leben geschenkt ist, Gott verdankt. Der Dank besteht dann darin, dass ich selbst wiederum „die Gnade tue“, indem ich mich anderen zuwende.

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